Broken Heart Syndrom

Wenn bislang davon die Rede war, dass jemand an gebrochenem Herzen leide, dachte man doch eher an ein rein psychisches Problem, meist ausgelöst durch unglückliche Umstände romantischer Natur. Im letzten Jahrzehnt des vergangenen Jahrtausends wurde aber klar, dass emotionale Belastungen Herzschmerz und -beschwerden auch im physischen Sinn auslösen können. Nicht nur die Literaturgeschichte kennt Menschen, die an "Herzeleid" gestorben sind – doch der Anteil der am Broken Heart Syndrom (auch als Stress-Kardiomyopathie oder Takotsubo-Syndrom bezeichnet) Erkrankten ist verglichen mit anderen Herzerkrankungen relativ gering. Betroffen sind überwiegend Frauen, die die Wechseljahre bereits hinter sich gelassen haben.
Seelischer Schmerz/Stress kann schaden, indem er die Pumpleistung des Herzens beeinflusst; sie kann so stark reduziert werden, dass dies sogar zu einem kardiogenen Schock führen kann. Dann sinkt der Blutdruck derart ab, dass eine regelrechte Versorgung des Körpers mit Blut nicht mehr möglich ist.

Die Symptome gleichen denen eines Herzinfarktes
Atemnot tritt auf, häufig ein Engegefühl in der Brust, teils verbunden mit heftigen Schmerzen. Oft kommt es zu Schweißausbrüchen und/oder Übelkeit/Erbrechen, weil der Puls stark ansteigen kann, um den Blutdruckabfall zu kompensieren (Tachykardie). Da das Herz in seiner Funktion reell eingeschränkt ist, kann es auch zu Beschwerden kommen, die denen einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ähneln. Blut wird eventuell nicht mehr energisch genug durch den Körper gepumpt, kann sich also in den Venen oder in der Lunge stauen – sodass Wasseransammlungen in den Beinen oder ein Lungenödem die Folgen sein können.
Eben weil die Krankheitszeichen denen eines Herzinfarktes so ähnlich sind, sind Verwechslungen nicht ausgeschlossen; doch der erhebliche Unterschied ist, dass es beim Broken Heart Syndrom nicht zum Verschluss eines Herzkranzgefäßes kommt. Dennoch ist mit Letzterem nicht zu spaßen, auch hier kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen. Bei derartigen Beschwerden ist also immer Gefahr im Verzug und es muss auf dem schnellsten Weg ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden – denn nur der Kardiologe kann mithilfe der geeigneten Untersuchungsmethoden erkennen, was genau die Ursache für diese Symptome ist. Und auch das Broken Heart Syndrom erfordert meist eine medikamentöse Behandlung – um die Beschwerden zu lindern und weitere Komplikationen zu vermeiden.

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